Belastungstests Stoffe

03.02.2018 10:42

Stoffe sind schon lange nicht mehr nur Gewebe. Mithilfe von raffinierten Verfahren hat die Textilindustrie viele neue Wege gefunden, Stoffe reißfest zu machen und sie vor Verschmutzung, Flecken, UV-Strahlen und frühzeitiger Alterung zu schützen.

Um die Qualität eines Stoffes festzustellen, gibt es spezielle Belastungstests, die überprüfen, wie viel und wie lange dieser „Extremsituationen“ standhalten kann, ohne zu reißen oder unwirksam zu werden.

Die Textilindustrie prüft alle Stoffe also nach folgenden Kriterien:

  • Reißfestigkeit
  • Fleckenschutz
  • Wasser- und Lichtschutz
  • Höchstzugkraft
  • Pillbildung
  • Entflammbarkeit
  • Trockenreibechtheit und Nassreibechtheit

Was und wie genau die einzelnen Kriterien geprüft werden, erklären wir Ihnen jetzt.

1. Reißfestigkeit

Einer der wichtigsten Bereiche ist natürlich die Reißfestigkeit des Stoffes. Um die Belastbarkeit des Stoffes zu garantieren, muss dieser durch die sogenannte Köperbindung reißfest gemacht werden, um einige Jahre ohne Macken, Risse und dergleichen standhalten zu können. Mithilfe der Köperbindung verläuft der Grat schräg, was dazu führt, dass der Stoff widerstandfähiger wird. Zusätzlich ist das Gewebe des Stoffes wichtig, denn desto dichter dieses ist, desto reißfester ist auch der Stoff. Mehrere zusammengedrehte Garne sind reißfester als ein Garn und Kunststofffasern sind reißfester als natürliches Garn. Beachtet man die zwei Tatsachen, wird die Reißfestigkeit des Stoffes garantiert.

2. Fleckenschutz

Haben Sie auch schon einmal in der Beschreibung eines Stoffes gelesen, er sei mit dem „Teflon-Fleckenschutz“ ausgestattet? Ganz einfach gesagt bedeutet das, dass der Stoff den Belastungstest bestanden hat und Flecken vorbeugen kann, indem er speziell imprägniert wurde. Daraus resultiert, dass Schmutz und Wasser nicht tief in den Stoff eindringen und diesen verschmutzen können, sondern stattdessen Tropfen bilden, die von der Oberfläche des Materials „abgestoßen“ werden und abperlen. Dadurch wird der Stoff nicht beschädigt und bleibt sauber.

3. Wasser- und Lichtschutz

Insbesondere Stoffe, die für den Äußeren Gebrauch (z.B. Garten) vorgesehen sind, brauchen einen hohen Wasser- und Lichtschutz. Die Imprägnierung hilft hierbei ebenso, den Stoff wasserdicht zu machen. Zusätzlich macht sie ihn lichtecht. Abgesehen vom Imprägnieren werden die Stoffe aber ebenso auf eine spezielle Art gewebt. Eventuell werden die Nähte sogar versiegelt, um somit absolut kein Wasser durchsickern lassen zu können.

4. Höchstzugkraft

Wenn Sie schon einmal das Wort Höchstzugkraft gelesen und sich gefragt haben, was dieses bedeutet, werden Sie es nun erfahren. Die Höchstzugkraft ist ein wichtiger Parameter, der dazu verwendet wird, die die mechanische Belastbarkeit eines Stoffes, also die Qualität des Garns und die Art dessen Bindung, zu prüfen. Er steht für die maximal erreichbare Zugkraft eines Stoffes.

5. Pillbildung

Wenn ein Stoff kleine Knötchen, sogenannte Pills bildet, ist dies zwar kein Grund den Stoff als unbrauchbar zu erklären, allerdings beeinträchtigt es die Optik und die Schönheit des Stoffes. Pills entstehen vorwiegend aus den eigenen Fasern des Stoffes. Um diese zu entfernen, kann ein spezielles Gerät verwendet werden, mit dem der Stoff keinen Schaden erleidet. Bei diesem Vorgang werden die Pills ganz einfach abrasiert.

Als besonders qualitativ werden Stoffe angesehen, die gar keine Pills bilden. Diese werden aus „pillarmen“ Fasern gewebt. Diese werden aus chemisch modifizierten Polymeren entwickelt.

6. Entflammbarkeit

Stoffe, die vor allem im Freien und in der Küche Ihren Platz finden, müssen eine schwere Entflammbarkeit garantieren. Eine spezielle Imprägnierung sorgt dafür, dass Stoffe nur schwer Feuer fangen. Wie gut ein Stoff dies vorbeugen kann, wird von der Textilindustrie anhand einer speziellen Skala gemessen. Diese enthält eine breite Palette, die schwer entflammende Stoffe bis hin zu flammenhemmenden Stoffe anbietet.

7. Trockenreibechtheit und Nassreibechtheit

Wenn zwei Stoffe an einander reiben, kann es vorkommen, dass die Materialien auf einander abfärben. Dies darf bei den Belastungstests natürlich nicht vorkommen und der Stoff wird daher auf Trockenreibechtheit und Nassreibechtheit geprüft – also ob der Stoff im trockenen und/oder nassen Zustand auf ein anderes Material abfärbt. Damit dies nicht geschieht, muss eine qualitativ hochwertige Farbe verwendet und der Stoff imprägniert werden.

Bei den Belastungstests gibt es eine Skala, die besagt, wie gut die Trockenreibechtheit und Nassreibechtheit des Stoffes ist. Die Note 1 steht für sehr geringe Reibechtheit und die Note 5 für sehr gute Reibechtheit.

Somit wird die Langlebigkeit der heutigen Stoffe vom Team des Belastungstests garantiert. Natürlich sind nicht alle Kriterien für jeden Stoff gleich wichtig, allerdings muss versichert werden, dass zum Beispiel ein Küchenstoff eine schwere Entflammbarkeit hat, um die Sicherheit der Konsumenten zu gewährleisten.


Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.