Geschichte von Gardinen

23.01.2018 09:33

Gardinen sind aus unseren Wohnungen und Häusern nicht wegzudenken. Einerseits dekorieren und verschönern sie das Ambiente, andererseits schützen sie vor gierigen Blicken von außerhalb und vor Sonnenstrahlen. Sie sind somit ein Teil jedes Zuhauses. Doch war das immer schon so? Wer bekam überhaupt die Idee, Gardinen und Häuser zu platzieren und wann geschah dies?

Mit diesem Artikel möchten wir euch kurz über die Geschichte der Gardinen und Vorhänge aufklären. Bevor wir dies aber machen, wollen wir kurz die allseits bekannte Frage „Was ist der Unterschied zwischen Gardinen und Vorhängen?“ beantworten.

Gibt es denn überhaupt einen? Ist das alles dasselbe? Nein.

Gardinen und Vorhänge sind tatsächlich ähnlich und werden oft verwechselt, jedoch haben sie 2 Merkmale, die sie voneinander unterscheiden:

  • Das Material
  • Die Länge

Gardinen werden vorrangig zur Fensterdekoration verwendet und haben meist einen leichten und transparenten- bis halbtransparenten Stoff. Vorhänge, hingegen, sind nicht durchsichtig und haben meistens Farben. Außerdem sind Gardinen meist kürzer und reichen bis zur Fensterbank, während Vorhänge länger sind und fast oder ganz bis zum Fußboden reichen.

Trotz des kleinen Unterschiedes der beiden Fensterdekorationen, haben die beiden doch eine gemeinsame Geschichte bzw. wurden gleichzeitig entdeckt/eingesetzt.

Wann fingen die Menschen an, Gardinen und Vorhänge zu benutzen?

Die Geschichte von Gardinen und Vorhängen geht weit zurück, bis zu den Ägyptern. Die ersten bekannten Aufzeichnungen bzw. Hinweise deuten auf diese zurück. Die Ägypter mussten sich einen Fensterschutz einrichten, da die damalige Säulenarchitektur lästige und intensive Sonnenstrahlen durchlies, die die Menschen blendeten. Das Material bestand aus schlichtem Gewebe, welches mit traditionellen oder ornamentalen Lotusblumen geschmückt wurde.

Aus dem alten Griechenland ist uns die Tatsache, dass Gardinen und Vorhänge verwendet wurden, ebenfalls bekannt. Die Griechen benutzten diese, im Gegensatz zu den Ägyptern, aus dekorativen Gründen. Somit entstand der erste, uns bekannte „Trend“, einen Fensterschutz als Schönheitsdetail zu verwenden. Die Verzierungen der Stoffe hatten meist ein einfaches Muster in der Mitte, während der untere Teil allerdings mit komplexen, geometrischen Formen versehen wurde. 

Anschließend entstand im alten Rom ein neuer Mode-Trend für Gardinen und Vorhänge. Dieser setzte vor allem auf das Ausfransen der Enden. Außerdem wurden Schabracken vermehrt verwendet und ein neuer, freier ornamentaler Stil, der vor allem auf Blumenmuster setzte, entwickelte sich.

Zur Zeit der Gotik nahm der Trend allerdings ab und Gardinen/Vorhänge wurden durch Glasmalerei ersetzt. Heimtextilien wurden aber nach wie vor in einigen Räumen verwendet. Diese dienten dazu, um den Wärmeverlust zu reduzieren. Die Stoffe die hierfür verwendet wurden waren meist rot und blau und wurden mit Lilienmustern oder silber- und goldfarbenen Quadraten oder Kreisen dekoriert.

Als die Renaissance im 15. Jahrhundert anbrach, wurden Schabracken wieder vermehrt benutzt. Seide wurde hierbei zum neuen Lieblingsmaterial und die Muster wurden weniger und einfacher. Manche verzichteten sogar komplett auf Verzierungen und fingen zum ersten Mal an, einfarbige Stoffe als Gardinen zu verwenden.

Im Zeitalter des Barock änderte sich die Situation wieder, und die Stoffe wurden mit großflächigen, gewebten Mustern verarbeitet. Als Abschluss wurden am oberen Ende Verzierungen und Fransen eingefädelt. Außerdem entstand der Trend, alle Polster und Schabracken in reichen Farben und Formen zu verzieren.

Zur Zeit des Rokoko überahm die Seide wieder die Vorderhand und wird zum festen Bestandteil aller Gardinen. Florale Muster fanden ebenso wieder ihren Weg zurück „ins Rampenlicht“. Zum ersten Mal fing man ebenso an, den unteren Teil der Stoffe mit Faltensaum zu schmücken.

Das Zeitalter der Klassik brachte eine bunte Mischung aller Schönheitsideale zurück. Dekorative Verzierungen und Fransen am oberen Ende, einfarbige Polster und Jalousien, klassische Muster und Pastellfarben sind alle wieder ein modischer Hit, was die Produktion von Gardinen und Vorhängen betrifft.

Die Romantik erneuerte den Trend auf Gardinenstangen mit Ringen und verabschiedete sich somit von den bis dahin beliebten Schabracken. Nun waren auffällige, geometrische Muster entlang der gesamten Stofffläche angesagt.

Im Biedermeier Zeitalter hat sich nicht viel geändert, außer der Tatsache, dass gefaltete Gardinen und Vorhänge zum neuen modischen Hit wurden. Diese kamen in den verschiedensten Arten, Formen und in allen möglichen Farben vor.

Der Jugendstil erneuerte die Gardinenstangen durch Schnüre, um eine einfachere Bedienung der Gardinen zu garantieren. Außerdem wurden die Stoffe mit reichlichen Mustern versehen.

Die Moderne änderte anschließend die Sichtweise – nicht nur was Gardinen und Vorhänge betrifft, sondern die Raumgestaltung allgemein. Auffällige Muster wurden nicht mehr verwendet und man legte Wert auf einfache, klassische Verzierungen.

Nun sind wir in unserem Zeitalter angekommen. Der aktuelle Trend der Gardinen und Vorhänge schreibt vor, dass sowohl Material, als auch Länge jedem selbst überlassen sind und der Raumgestaltung angepasst werden sollen. Einfache Gardinen und Vorhänge werden bevorzugt, durchsichtige Materialien sind sehr beliebt. Allerdings kommen auch auffällige Muster in den Heimen der Menschen vor, um das Zimmer „aufzupeppen“. So oder so – Geschmäcker sind verschieden und sollten jedem selbst überlassen sein.

Die Geschichte lehrt uns, dass sich modische Trends permanent ändern und wir diesbezüglich einfach auf unser eigenes Bauchgefühl vertrauen sollten – schließlich ist es unser Heim, welches dekoriert werden soll.


Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.