Pflege von Möbelstoffen

30.09.2017 10:33
Wir sitzen auf ihnen, nutzen sie täglich. Stoffbezogene Möbel sind Teil unseres Alltags und als solche werden sie auch gebraucht. Dass die Stoffe dabei Pflege brauchen ist ganz klar, wird aber oft auch vernachlässigt. Doch wenn Kleidung gewaschen, gebügelt und gepflegt wird, so sollte man auch mit den Möbel- und Polsterstoffen pfleglich umgehen. Doch wie geht man bei der Pflege von Polstermöbeln und Bezügen am besten vor und was muss man alles beachten, wenn man diese Polsterstoffe und Möbelstoffe reinigen will? Im Folgenden haben wir Ihnen dazu einige Informationen zusammengestellt.

Die Stoffe

Bei den Stoffen selbst gibt es bereits sehr große Unterschiede. So wie es bei Gardinenstoffen und Kleidungsstoffen Unterschiede bei den Materialien und der Webform gibt, so treten auch bei den Möbelstoffen große Unterschiede auf. Anhand der Stoffunterschiede kann man dann auch bestimmte Pflegemethoden anwenden, um die Stoffe möglichst schonend zu pflegen.

Helle Stoffe

Helle Stoffe sehen immer sehr freundlich aus und lassen Räume hell und offen wirken. Doch einen großen Nachteil haben die Stoffe, wenn es zur Pflege kommt. Denn helle Stoffe sind sehr anfällig auf Flecken und Schmutz. Daher muss man bei diesen Stoffen ganz besonders achtsam sein. Es ist also im Vorneherein nicht sehr sinnvoll Himbeeren oder Rotwein auf dem Sofa zu sich zu nehmen, denn solche Flecken wieder herauszubekommen ist recht schwer.

Dunkle Stoffe

Dunkle Möbelstoffe wie dunkelblau, schwarz oder braun, die Sie auch bei uns kaufen können, haben einen erheblichen Vorteil gegenüber den hellen Stoffen. Denn auf dunklen Stoffen sind Flecken nur schwer zu erkennen und fallen daher weniger auf. Natürlich sollte man aber nicht denken, dunkle Stoffe werden weniger schmutzig. Man sieht die Verunreinigungen optisch einfach nicht zu gut. Was für helle Stoffe gilt, das gilt auch für die dunklen Stoffe. Regelmäßige Reinigung und Pflege muss auch hier stattfinden, um die Lebensdauer und das Aussehen der Möbel zu erhalten.

Naturstoffe

Bei den Möbel- und Polsterstoffen sind Naturstoffe sehr beliebt. Ihre Komforteigenschaften sind sehr überzeugend und ein natürliches Produkt erweckt immer einen ganz besonderen Eindruck. Bezüge der Möbel können dabei aus Baumwolle oder aber auch aus Leinen gefertigt sein. Bei diesen Stoffen muss man aufpassen, dass die richtige Reinigungsmethode verwendet wird. Denn bekanntlich können diese Stoffe eingehen, was man natürlich unbedingt verhindern möchte.

Synthetische Stoffe

Den Naturstoffen stehen Kunststoffe wie Polyester oder Polyacryl entgegen. Diese Stoffe sind meist recht preisgünstig und in verschiedenen Mustern und Farben erhältlich. Vor allem auch sehr grelle Farben sind möglich, die dabei auch eine große Haltbarkeit haben und kaum verblassen. Doch auch bei den Kunststoffen muss man aufpassen. Denn bestimmte Reinigungsmittel können die Kunststofffasern angreifen und so den Bezug beschädigen oder gar auflösen.

Vorgehensweise

Bei Möbelstoffen jeglicher Art gibt es bestimmte Vorgehensweise wie man diese pflegen und reinigen sollte. Bevor es an die tiefere Reinigung geht, sollte man den Staubsauger aus der Kammer holen. Mit dem Polsteraufsatz vieler Staubsaugermodelle kann man so die Möbel behandeln. Staub und gröberer Schmutz, wie Krümel, Fusel oder sonstiger Dreck kann so recht einfach von den Stoffen entfernt werden. Bei starker Saugkraft kann man sogar Staub aus dem Polster heraussaugen. Das sollte man einmal wöchentlich durchführen. Denn lagert sich erst einmal zu viel Staub an, kann es recht schwer sein diesen aus den Möbelstoffen herauszuholen. Staub kann sich nämlich festsetzen und Stoffe optisch verblassen lassen.

Gründlichere Reinigung

Neben dem wöchentlichen Saugen, gehört auch eine gründlichere Reinigung zur Pflege der Möbelstoffe. Hier kommt es ganz individuell auf den Stoff an. Kunststoffe und Naturstoffe haben unterschiedliche Anforderungen und sind mit Bedacht zu reinigen, um keine bleibenden Schäden zu verursachen.

Zunächst kann es ganz ratsam sein den Stoff zu bürsten. Bei feinen Bezügen sollte man eine feine Bürste wählen, bei gröberen und festen Stoffen kann auch eine Borstenbürste zum Einsatz kommen. So können hartnäckige Staub und Schmutzpartikel von der Oberfläche der Stoffe gelöst werden, die man so sonst nicht wegbekommen würde. Mit einer Fuselrolle oder Fuselbürste kann man dann auch noch Haare und Fäden von den Stoffen entfernen, die so recht verfilzt wirken können. Nach dem Bürsten sollte man aber dennoch mit dem Staubsauger über den Stoff fahren, um den herausgelösten Staub ganz zu entfernen. Hier sind Polsterbürsten für Staubsauger recht praktisch.

Sonderfall Milben

Die Hausstauballergie ist ein unangenehmes Leiden, welches durch die Hausstaubmilben verursacht werden. Der Kot dieser kleinen Tierchen ist aggressiv und kann für manche Menschen unangenehme Folgen haben. Neben Reizungen sind auch Ausschläge und Lungenprobleme möglich. Um die Polsterstoffe, in denen die Milben sich gerne festsetzen, befreien zu können, gibt es spezielle Milbenstaubsauger, mit denen man den kleinen Plagegeistern den Garaus machen kann. Wer also an einer Allergie leidet, für den kann die Investition in einen solchen speziellen Staubsauger sinnvoll sein.

Nassreinigung

Nach dem Staubsaugen und entfernen von Krümeln und Partikeln, kann man die Oberfläche nass reinigen. Dazu empfiehlt sich ein Lederlappen, mit rauer Oberfläche. Wasser mit weichem Reinigungsmittel eignet sich dazu sehr gut. Den feuchten, aber nicht nassen Lederlappen sollte man dann über die Bezüge reiben. Achten Sie dabei auf ein leichtes Reiben. Bei bestimmten Stoffen, sowie bei gemusterten Möbelstoffen kann es praktisch sein, in Faserrichtung zu reiben.

Problemfall Flecken

Auf Kleidung stellen Flecken meist kein so großes Problem dar. In die Waschmaschine geworfen ist das Kleidungsstück nach der Wäsche meist wieder fleckenfrei. Doch bei Möbelstoffen ist das nicht so einfach. Die Bezüge können oft nicht abgenommen werden und so muss man nach anderen Wegen schauen, den Fleck aus dem Stoff zu bekommen. Dabei kommt es auch immer ganz darauf an, welche Art von Fleck vorliegt. Grundsätzlich gilt aber: Je schneller der Fleck entfernt wird, desto einfacher und aussichtsreicher ist der Versuch.

Getränke und Speiseflecken

Wer kennt es nicht: Es läuft eine gute Fernsehsendung und das Abendessen ist fertig. Schnell ist es dann passiert, dass auf der Couch etwas vom Essen oder Trinken landet. Sofortiger Einsatz kann sich dann auszahlen, denn Flecken von Süßgetränken, Tee oder Essensflecken sollte man nicht eintrocknen lassen. Daher sofort mit einer Lösung aus warmem Wasser und Shampoo behandeln. Vorsichtig über die Stelle reiben und auch mal etwas Lösung auf die Stelle geben. Mit reinem Wasser nachbehandeln und mit einem trockenen Tuch abtrocknen.

Vorsicht ist bei eiweißhaltigen Getränken und Speisen geboten. Denn bei warmem Wasser kann das Eiweiß gerinnen und die Aussichten auf Entfernung sinken dadurch. Hier nur mit kaltem Wasser arbeiten. Bei frischen Weinflecken kann ein altbewährter Trick helfen. Streuen Sie einen Haufen Salz auf den Fleck. Das Salz nimmt die Flüssigkeit auf und im besten Fall sollte der Fleck verschwunden sein. Mit kaltem Wasser sollte man dann nachbehandeln. Bei älteren Weinflecken kann man es mit Zitronensäure versuchen. Weichen Sie den Fleck ein und warten Sie etwas ab. Auch hier gilt es wieder mit kaltem Wasser zu arbeiten.

Wasserunlösliche Flecken

Gelangen wasserunlösliche Stoffe auf den Möbelstoff, so müssen besondere Maßnahmen her. Denn mit Wasser kommt man meist nicht weiter. Bei Fettflecken, sowie Paraffinflecken, Lippenstift, Vaseline und ähnlichen sollte man aufpassen. Ein möglicher Lösungsansatz ist Spiritus. Denn der konzentrierte Alkohol kann solche Flecken lösen und schädigt dabei meist nicht die Fasern. Bei Waschbenzin sollte man vorsichtiger sein. Zwar entfernt dieses Flecken einfacher, dafür kann es aber Kunstfasergarne angreifen und auflösen. Auch Verfärbungen sind bei beiden Lösungsmitteln nicht auszuschließen. Testen Sie daher die Lösungsmittel an einer unauffälligen kleinen Stelle.

Möbelstoffe erfrischen

Zu guter Pflege von Möbelstoffe gehört es auch diese zu erfrischen. Nutzen Sie dazu Raumerfrischer oder spezielle Möbelerfrischer. Sprühen Sie diese auf den Stoff auf und lassen Sie diese einwirken. Unangenehme Gerüche werden dabei beseitigt und die Stoffe duften wieder angenehm und frisch, fast wie neu. Auch kann man dem Reinigungswasser beim Putzen des Möbelstoffs etwas Duft beigeben. Auf diese Weise nehmen die Stoffe ebenfalls einen angenehmen Geruch an.


Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.
Einverstanden!

Diese Webseite verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen und das Angebot zu verbessern. Indem Sie hier fortfahren, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.
Mehr Informationen